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Servicewüste Wuppertal

Donnerstag, März 19th, 2009

In Zeiten der Finanzkrise sollte man meinen dass Geschäftsleute und deren Angestellte Wert darauf legen Umsatz zu machen.
Das scheint aber nur teilweise richtig zu sein. Einigen Angestellten scheint der Kunde und der Service an ihm egal zu sein, denn sie benehmen sich so, als sei man in ihrem Geschäft nicht erwünscht, von Qype - entdecken und empfehlen, scheinen sie noch nichts gehört zu haben. Hier sind drei Beispiele die ich in den letzten Wochen selbst erlebt habe:

In einem Laden der billige Textilien und Nonfood verkauft und seinen Minijobbern einen Stundenlohn von 5,20 Euro bezahlt, stehe ich mit anderen Käufern an der Kasse um einen 1-Euro-Artikel zu bezahlen. Die junge Verkäuferin kassiert die vor mir Stehenden ab.
Als ich an der Reihe bin zu bezahlen, kommt eine weitere Angestellte und drängt sich wortlos in den Kassenbereich. Sie schubst die junge Verkäuferin an die Seite, öffnet die Kasse und fängt an das Geld zu zählen.
Die weggedrängte Verkäuferin versucht den Vorgang zu entschuldigen und stottert: “Entschuldigen Sie bitte, es geht gleich weiter”!
Die Geldzählende lässt sich davon nicht beirren und zählt weiter, die Schlange an der Kasse interessiert sie nicht.
Ich lege meinen 1-Euro-Artikel an der Kasse ab und gehe.

Beispiel zwei: Ich benötige Passbilder für einen Sonderausweis.
Die nächstliegende Möglichkeit mich fotografieren zu lassen ist ein Laden von Photo P. in der Fußgängerzone.
Der einzige Angestellte ist ein älterer Herr der mich sehr höflich bedient. Er macht mehrere Aufnahmen von mir, zeigt mir anschließend die Ergebnisse und lässt mich ein Foto auswählen.
Während er beschäftigt ist mit dem Ausdruck und dem Zurechtschneiden der Bilder, kommt eine junge Frau in den Laden. Sie sieht sich im Eingangsbereich die dort stehenden Bilderrahmen an. Nach ein paar Minuten kommt sie mit einem Rahmen an den Verkaufstresen. Sie wartet darauf von dem Angestellten, der noch beschäftigt ist, bedient zu werden.

Da stürzt ein weiterer Angestellter des Ladens mit fahrigen Bewegungen grußlos in den Laden. Er geht hinter den Verkaufstresen, kramt einen Ordner hervor und beginnt, unbeholfen, mitgebrachte Papierstreifen auf ein leeres Blatt zu kleben.
Die Frau steht mit dem Rahmen in der Hand vor ihm, wird aber nicht beachtet. Erst nach ein paar Minuten, nachdem er mit seinen Klebearbeiten fertig ist, streckt er wortlos einen Arm in Richtung der Frau um den Bilderrahmen in Empfang zu nehmen.
Inzwischen habe ich meine Bilder bezahlt und verlasse grüßend den Laden, Der ältere Angestellte und die Frau grüßen ebenfalls, der Streifenkleber kriegt die Zähne immer noch nicht auseinander.
Ich glaube nicht, das ich in dem Laden noch jemals etwas kaufen werde.

Beispiel drei: In einem Laden, der auch Glaswaren von Leonardo verkauft, entdecke ich ein Ritzenhof-Glas, das mir gut gefiel. Das Glas war nicht sehr günstig, ich entschloß mich aber trotzdem es zu erwerben.
Ich nahm das Glas und ging damit zum Verkaufstresen. Eine Verkäuferin stand hinter dem Tresen an der offenen Kasse. Sie telefonierte und sortierte gleichzeitig Münzen. Sie konzentrierte sich ganz auf die Sortiererei, schaute mich kurz an, ignorierte mich aber dann vollkommen.
Nach gefühlten zwei Minuten drehe ich mich um und verlasse den Laden, das Glas lasse ich auf dem Tresen stehen.

Fazit: Die drei Läden haben mindestens einen potentiellen Kunden verloren.
Ich gehe davon aus, dass andere Kunden genauso behandelt werden und sich auch entscheiden dort nichts mehr zu kaufen.
Außerdem gebe ich auf Qype kein positives Urteil für diese Läden ab. ;=)

Made in Germany


Everything will be okay in the end.
If it's not okay, it's not the end.